Mithilfe im Monitoring und Hege

Die Wildkatze ist dem Schutzmanagement des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes unterstellt (§7 JWMG) . Insbesondere Jägerinnen und Jäger tragen mit ihrer Unterstützung im Wildtiermonitoring und ihren Hegemaßnahmen in den Revieren zum Schutz der Wildkatze bei.

Die Europäische Wildkatze ist ein heimliches Wildtier, das seit wenigen Jahrzehnten wieder durch die Wälder streift. Sie galt während des 20. Jahrhunderts aufgrund intensiver Bejagung und Lebensraumverluste in Baden-Württemberg als ausgestorben. Sie breitet sich seit ihrer Wiederentdeckung 2006 kontinuierlich im Land aus.

Die Jägerschaft ist eine wichtige Personengruppe um landesweites Monitoring zu betreiben, da sie regelmäßig im Wald in der Fläche unterwegs ist. Meldungen von Fotos von Wildkameras, Totfunden sowie Lebendfängen oder sogar der Nachweis von Reproduktion sind wertvolle Beiträge zum landesweiten Wildtiermonitoring, die vor allem durch aufmerksame Jägerinnen und Jäger erbracht werden!

Sollten Sie einen der folgenden Wildkatzenhinweise in Ihrem Revier haben, melden Sie diesen bitte der FVA:

Ein Foto von einer Wildkatze auf einer Wildkamera ist eine der häufigsten Meldungen, die uns im Wildkatzenmonitoring erreichen. Wildkatzen halten sich aufgrund des Mäusereichtums gern an den Schwarzwildkirrungen auf, wo gern auch Wildkameras aufgehängt werden. Eindeutige Wildkatzenmerkmale wie

  • der stumpfe, buschige Schwanz mit deutlich abgesetzten Ringen sowie
  • der Aalstrich

sind auch bei Infrarotblitz gut zu erkennen. Eine Verwechslung mit einem Hybrid oder einer wildfarbenen Hauskatze kann allerdings anhand eines Fotos oder Videos nicht sicher ausgeschlossen werden.

Sollten Sie eine Katze mit Verdacht auf Wildkatze mit einer Ihrer Wildkameras aufgenommen haben, melden Sie das Bild oder Video gerne der FVA. Zusammen mit dem Standort der Kamera liefern diese Meldungen wertvolle Hinweise auf das Wildkatzenvorkommen. Die Meldungen werden in einer Datenbank gespeichert. Eine Veröffentlichung der Daten erfolgt stets in Absprache der meldenden Person.

 

Der Fund einer überfahrenen Wildkatze ist häufig der erste sichere Nachweis in einem neuen Verbreitungsgebiet und daher besonders wichtig. Der Fundort liefert außerdem wichtige Informationen über Wanderbewegungen der Wildkatze oder einen Wildunfallschwerpunkt.
Der tote Tierkörper liefert zudem eine Fülle an wildbiologischen Fakten wie Geschlecht, Alter, Morphologie, Gesundheits- und Reproduktionsstatus. Die Bergung des kompletten Tierkörpers ist daher für die Forschung sehr wertvoll. Bei einer Meldung eines Totfundes mit Verdacht auf Wildkatze ist es wichtig, das Tier schnellstmöglich zu bergen um eine Verwesung des Tierkörpers, sein Verschwinden oder eine Verschlechterung seines Zustandes zu vermeiden. Je besser dieser erhalten ist, desto mehr Informationen zum Gesundheitszustand der Katze können gewonnen werden.

Falls Sie eine tote Katze mit Verdacht auf Wildkatze am Straßenrand auffinden sollten:

  • Sichern Sie den Tierkörper (auf wenig befahrenen Straßen) oder informieren Sie die Autobahn- oder Straßenmeisterei oder den zuständigen Wildtierbeauftragten.
  • Notieren Sie den Fundort und machen Sie Fotos vom Tier zur ersten Einschätzung.
  • Lagern Sie den Tierkörper schnellstmöglich kühl oder bestenfalls eingefroren.
  • Informieren Sie schnellstmöglich die zuständige Ansprechperson.

Nach dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (§ 3 Absatz 6 Satz 2) unterliegt die Wildkatze als FFH Anhang IV Tierart nicht dem Aneignungsrecht der revierinhabenden Person.

 

Der Fang einer lebenden Wildkatze ist ein Ausnahmefall. Vor allem bei der Fallenjagd auf Fuchs und Marder kann sich jedoch auch eine Wildkatze in eine jagdliche Lebendfangfalle verirren. Sollten Sie eine Katze mit Verdacht auf Wildkatze in Ihrer Falle haben:

  • Machen Sie Fotos von Rücken, Schwanz und Flanken.
  • Notieren Sie den Fallenstandort.
  • Nehmen Sie wenn möglich eine Haarprobe (mit Haarwurzel) für eine genetische Artbestimmung. Eine Probe von ca. 10-20 Haaren der Katze ist ausreichend. Sammeln Sie keine Haare vom Fallenboden, die dabei entstehende Mischprobe kann im Labor nicht analysiert werden. Kontaktieren Sie die FVA zwecks Probennahme und Versand.
  • Lassen Sie die Wildkatze umgehend wieder am Fangort frei.

Die Lockstockmethode dient der genetischen Erfassung von Wildkatzen in einem Gebiet. Dabei werden angeraute Holzlatten (sogenannte Lockstöcke) mit Baldrian besprüht und an ausgewählten Standorten aufgestellt (2-3 Lockstöcke pro Quadratkilometer). Die Katzen werden, vor allem in der Paarungszeit zwischen Januar und März, durch den Geruch des Baldrians angelockt und reiben sich an den Lockstöcken. Die Haare, die dabei ausgerissen werden und am Holz haften bleiben, werden alle ein bis zwei Wochen abgesammelt. Die in den Haarwurzeln enthaltene DNA wird anschließend im Labor analysiert, um eine Wildkatze sicher identifizieren zu können. In der Regel werden mit der Lockstockmethode systematisch größere Gebiete zur Erfassung der Wildkatze abgedeckt. So kann auch bei geringer Populationsdichte ein Nachweis gelingen.

Es gibt einige einfache Maßnahmen, die den verfügbaren Lebensraum für die Wildkatze attraktiver machen, die ohne großen Aufwand umgesetzt werden können. So können Sie aktiv in Ihrem Revier zum Schutz der Wildkatze beitragen! Diese Maßnahmen kommen nicht nur der Wildkatze zugute, sondern helfen auch vielen anderen waldbewohnenden Arten:

Wildkatzen benötigen ausreichend Deckung und Strukturen, die als Ruheplätze und Aufzuchtstätten dienen können. Hierzu zählen:

  • Höhlenbäume
  • liegendes Totholz oder
  • Wurzelteller

Sind solche Strukturen im Revier nur wenig oder kaum vorhanden, kann durch das Stehenlassen von alten Kanzeln oder Hütten vorübergehend Ersatz geschaffen werden.

Hierbei ist darauf zu achten, dass diese für den Menschen unzugänglich gemacht werden.

Auch das Anlegen von Benjeshecken und andere Hegemaßnahmen, die den Strukturreichtum fördern, kommen der Wildkatze zugute.

Für die Nahrungssuche hat sich die Wildkatze auf das Jagen von Mäusen (vor allem Wühlmäuse) spezialisiert. Wildwiesen und –äcker fördern das Vorkommen von Mäusen und somit das Nahrungsangebot der Wildkatze

Der Straßenverkehr zählt zu den Haupttodesursachen von Wildkatzen. Das Identifizieren von Wildunfallschwerpunkten und gegebenenfalls Freischneiden von Straßenrandvegetation kann helfen, diese zu mindern!

Entfernen sie alte Zäune oder Drahtgeflechte. Diese stellen eine besondere Gefahr für Wildtiere dar, sie können sich darin verhaken und daran verenden.

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